NEU: Elstners Reisen - Die Retter der Bären // Ostersamstag, 31.03.2018 um 20:15 beim SWR

Freitag, 23.03.2018

Frank Elstner war für seine SWR-Artenschutz-Dokus schon auf vier Kontinenten. Dieses Mal zieht es ihn nicht so weit weg: In der neuen Folge von „Elstners Reisen“ bleibt er in Europa. „Wir Europäer neigen ja dazu auf ferne Länder zu zeigen, wenn es um Artenschutz geht, dabei sind auch bei uns viele Tiere von Aussterben bedroht“, erklärt der TV-Journalist und Entertainer die Beweggründe. Seine Reise führt ihn vom Bodensee über Ostdeutschland, Italien und Bulgarien bis in die Ukraine, über 12.000 Kilometer hat er für diesen Film hinter sich gebracht. Dabei wird er immer begleitet von seinem Freund Dr. Matthias Reinschmidt, dem Zoodirektor von Karlsruhe.

Den Bärenexperten der Tierschutz-Organisation „Vier Pfoten“, Carsten Hertwig, begleitet Frank Elstner auf eine Rettungsaktion in die Ukraine. In dem Land leben derzeit geschätzt noch über 1.000 frei lebende Braunbären – aber auch 100 in Gefangenschaft. Noch immer werden diese Bären in Restaurants in winzigen Käfigen zur Schau gestellt oder von Jägern als Opfer für den Hunde-Kampfsport benutzt. Viele dieser tierverachtenden Haltungen sind illegal, aber von den Behörden geduldet, andere sind aufgrund mangelnder Gesetze sogar legal. „Vier Pfoten“ hat daher eine neue Bären-Auffangstation in Domazhyr nahe der Großstadt Lviv gebaut – und Frank Elstner darf bei einigen der ersten Bären-Rettungen dabei sein. „Ich habe ja nicht geahnt, wie gefährlich das werden kann“, erzählt er rückblickend. Besonders heikel ist die Rettung des Bären „Tyson“ aus einer Jagd-Station, denn dort versuchten teils bewaffnete Männer die Tierschützer von ihrer eigentlich abgesprochenen Rettungsaktion abzuhalten. „Das war wirklich ein gefährlicher Moment, aber ich bin froh, dass wir nicht locker gelassen haben, denn Tyson musste unbedingt raus aus diesem fürchterlichen Käfig“, berichtet Elstner. Der Bär wurde von den Jägern als Baby in einen Käfig von nur etwa 12 Quadratmetern gesteckt – und lebte dort über 15 Jahre im Dunkeln und ohne, dass das Käfig gereinigt wurde. „Das ist die übelste Tierquälerei, die ich je gesehen habe“, sagt auch der Biologe Matthias Reinschmidt.

Doch die Geschichte wendet sich zum Guten: Ein Team aus Tierschützern von „Vier Pfoten“ und Tierärzten kann das Tier letztendlich befreien. „Es ist ein Moment, den ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde: Als Tyson das erste Mal in der Auffangstation Gras unter seinen Pfoten spürte – da hatte ich wirklich Gänsehaut“, berichtet Elstner noch immer ergriffen.

Ein weiteres Ziel von Frank Elstner und Matthias Reinschmidt liegt im Südwesten: In Überlingen am Bodensee zieht der Biologe Johannes Fritz mit seinem Team über 30 seltene Waldrappen auf – eine Vogelart, die in Deutschland bereits vor über 300 Jahren ausstarb. Nur in Zoos überlebten einige Tiere, deren Nachkommen nun ausgewildert werden sollen. Das spektakuläre: Die Waldrappen sind Zugvögel, die den Winter in Italien verbringen; daher müssen die Forscher den Tieren ihren alten Zugweg über die Alpen zeigen – mit kleinen Leichtflugzeugen fliegen sie voraus. Frank Elstner ist begeistert von dem Projekt – und dann soll er sogar eine kleine Etappe mitfliegen in diesen wackeligen Leichtflugzeugen. „Es hat mich schon etwas Überwindung gekostet, da einzusteigen. Aber das Erlebnis, mit bisher ausgestorbenen Vögeln quasi im Schwarm über den Bodensee zu fliegen – das ist wirklich unglaublich“, berichtet der TV-Journalist begeistert.

Weitere Stationen der Reise sind Bulgarien, wo im Gebirge in deutschen Zoos geschlüpfte Geier-Küken ausgewildert werden und das berühmte Wolfsgebiet in Brandenburg. Dort macht sich Frank Elstner auf die Suche nach den Wölfen, die vor 20 Jahren zurück nach Deutschland kamen und sich seitdem immer weiter ausbreiten…

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